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Großübung für die Hilfsorganisationen

Am 26.03.2011 gegen 22:15 Uhr lösten die Einsatzzentralen für Feuerwehr, THW und Rettungsdienst nach einem angenommenen Bahnunfall an der „Alten Mühlstraße“ Alarm aus. Bei der nicht angekündigten Einsatzübung stellte sich die Lage folgendermaßen dar: ein Personenzug auf der Strecke Gunzenhausen-Pleinfeld erfasste am Bahnübergang bei Rehenbühl zwei PKW, wobei ein Fahrzeug über 200 m mitgeschleift wurde. Mehrere Insassen der PKW wurden beim Aufprall eingeklemmt und müssen mit hydraulischem Rettungsgerät aus den Fahrzeugen befreit werden. Durch den Aufprall und das starke Abbremsen des Zuges wurden daneben rund 55 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt, zwei Personen werden vermisst.

Bei der Bewältigung dieser umfassenden Lage waren die Einheiten bemüht, den Ablauf möglichst einsatznah zu gestalten, insbesondere im Hinblick auf Alarmierung und Nachalarmierung der Hilfskräfte.

Aufgeteilt in verschiedene Einsatzabschnitte waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Langlau, Frickenfelden, Pfofeld und Gunzenhausen mit der Rettung der Personen aus den verunfallten PKW und aus dem beteiligten Zug, ein „Schienenbus“ der Baureihe 642, gefordert. Dabei leisteten die Helfer des THW bei der Ausleuchtung der langgezogenen und teilweise schwer zugänglichen Einsatzstelle wertvolle Hilfe. Daneben bauten die Einsatzkräfte des THW des Ortsverbandes Gunzenhausen unter Leitung von Zugführer Christian Rettlinger das mitgeführte Einsatzgerüstsystem auf, um einen möglichst barrierefreien Zugang zum Einstiegsbereich des Zuges zu schaffen. Dies erleichterte den Rettungskräften die Arbeit enorm, da ab diesem Zeitpunkt die Rettungsmassnahmen am und im Zug wesentlich leichter und sicherer ablaufen konnten. Die Aufgabe des Rettungsdienstes, der unter anderem mit den Kräften der Schnelleinsatzgruppen des BRK aus Weißenburg, Pleinfeld und Gunzenhausen zur Stelle war, lag in der Rettung und Versorgung der leicht bis schwerst verletzten Personen aus dem Zug und den beteiligten PKW. Hierfür errichteten die Helfer in einer angrenzenden Wiese einen entsprechenden Behandlungsplatz. Als Organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes fungierte hier Alexander Heimerl, als Leitende Notärzte waren Dr. Titus Baciu und Dr. Matthias Liebich vor Ort. Ein besonderes Lob gab es dabei für die junge Mannschaft der Schnelleinsatzgruppe Gunzenhausen-Pleinfeld, die in dieser Nacht ihre harte Bewährungsprobe gut bestanden hat. Die Betreuung der leicht- und unverletzten Personen lag in den bewährten Händen der alarmierten Notfallseelsorger.

Die Gesamteinsatzleitung lag aufgrund erheblichen Koordinierungsbedarfes nach dem Bayerischen Katastrophenschutzgesetz beim Örtlichen Einsatzleiter, Kreisbrandrat Werner Kastner, der vom Örtlichen Einsatzleiter THW Ortsbeauftragten Willi Rettlinger unterstützt wurde. Als Einsatzabschittsleiter fungierte Kreisbrand-inspektor Hartmut Seibold. Außerdem stand ihm die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung zur Verfügung, die als zentrale Befehlsstelle unter anderem die Lagekarte und das Einsatztagebuch führte.

Insgesamt waren an der Übung, die sich mit dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft mit anschließendem Imbiss in der Fahrzeughalle der Feuerwehrzentrale Gunzenhausen bis etwa 4 Uhr morgens hinzog, rund 220 Helfer und Darsteller beteiligt. Die 80 Feuerwehrleute, 48 BRK-Helfer und 32 Einsatzkräfte der THW-Ortsverbände Gunzenhausen und Treuchtlingen rückten dabei mit rund 35 Einsatzfahrzeugen an.

Neben der bei Bahnunfällen zuständigen Bundespolizei machten sich auch Leitender Polizeidirektor Raimund Swoboda vom Polizeipräsidium Mittelfranken und Erster Polizeihauptkommissar Harald Eckert ein Bild von der Lage. Ebenfalls anwesend waren der Ansprechpartner des Notfallmanagements der Deutschen Bahn AG, Willi Lennert, sowie Reinhard Backer und Werner Kaufenstein aus den Bereichen Betriebssicherheit und Betriebsüberwachung. Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Fitz war ebenfalls von Beginn der Übung bis zum Schluss vor Ort und zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Einsatzkräfte.

Für die Ausarbeitung der Übung zeichnete der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gunzenhausen, Swen Müller, zusammen mit dem stellvertretenden Ortsvorsitzenden des THW-Ortsverbandes Gunzenhausen, Christian Reichenthaler, verantwortlich. Zusammen mit Bereitschaftsleiter Bernhard Meckler von Seiten des Rettungsdienstes und DB-Notfallmanager Willi Lennert planten sie seit Mitte Januar die umfangreiche Übung, die wertvolle Erkenntnisse über die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsdienste bringen und die Zusammenarbeit vertiefen sollte. Ursprünglich sollte die Übung etwas kleiner ausfallen, insbesondere, was die Anzahl der am Unfall beteiligten Personen betrifft. Das große Engagement der beteiligten Stellen ermöglichte jedoch eine gewisse Ausweitung des Übungsszenarios. Die Übungsverantwortlichen danken an dieser Stelle insbesondere den Darstellern der Pfadfindergruppe „Royal Rangers“ aus Gunzenhausen und Weißenburg, sowie den Mitgliedern der DLRG Pleinfeld, die Gerhard Grimm in den Räumen der Betriebskantine der Stadtwerke Gunzenhausen zu teilweise sehr drastisch Verletzten schminkte. Auch den beteiligten Firmen ALRO und Autozentrum Meyer gilt der Dank der Planer, da mit den zur Verfügung gestellten Altautos und die Abschleppwagen zum Transport der Wagen die Übung entsprechend realistisch gestaltet werden konnte.

In einer ersten kurzen Zusammenfassung des Übungsverlaufs unmittelbar nach Abschluss der Rettungsarbeiten waren sich die Führungskräfte der einzelnen Hilfsorganisationen einig über den großen Übungserfolg.