Waldbrandübung am Burgstallwald
Die Freiwillige Feuerwehr Stadt Gunzenhausen hat mit einer großen Übung auf die aktuell sehr hohe Waldbrandgefahr reagiert. Angenommen wurde ein Entstehungsbrand im Burgstall an der Frickenfelder Straße, Abzweigung Weinstraße.
Im Rahmen der monatlichen Gesamtausbildung verlegten die Feuerwehrleute dazu in kurzer Zeit vom Überleiter über die Weinstraße mit B-Schläuchen eine rund 1.000 m lange Doppelleitung. Hierbei leistete der Schlauchwagen der Brandschutzkomponente wertvolle Dienste. Mit den dabei pro Minute geförderten 2.000 Litern Löschwasser wurde ein Zwischenbehälter gefüllt, aus dem wiederum die Löschfahrzeuge fünf C-Strahlrohre, den Dachmonitor des Löschfahrzeuges LF 20/16 und ein sog. Hydroschild zum Aufbau einer Feuerwiderstandslinie speisten.
An der dreistündigen Übung unter Leitung der Kommandanten Swen Müller und Joachim Seltmann waren rund 35 Feuerwehrkräfte mit sechs Fahrzeugen beteiligt. Neben der Löschwasserförderung waren lagen die Übungsschwerpunkte im Vortrag des eigentlichen Löschangriffs und bei der Verkehrsabsicherung.
Trotz der kurzzeitigen Abkühlung durch vereinzelte Regennächte appelliert die Feuerwehr weiterhin zu brandschutzgerechtem Verhalten in der Natur und beim Grillen. Auch in diesem Jahr mussten die bayerischen Feuerwehren bereits zu mehreren Waldbrandeinsätzen ausrücken. Im mittelfränkischen Bereich sind seit einigen Tagen aufgrund der hohen Warnstufe die Luftbeobachter der Luftrettungsstaffel Bayern verstärkt unterwegs, um die Waldgebiete aus der Luft auf mögliche Brandgefahren hin abzusuchen, Entstehungsbrände zu lokalisieren und im Falle des Falles die Löschmannschaften schnell an die Einsatzstelle zu dirigieren.
„Diese Vorsorgemassnahmen greifen natürlich umso besser, wenn außerdem einige Sicherheitsregeln beachtet werden“, so Kreisbrandrat Werner Kastner. So herrscht in den bayerischen Wäldern vom 1. März bis 31. Oktober ein Rauchverbot, ebenso ein Verbot für offenes Feuer in Wäldern und Waldnähe in einem Abstand von 100 Metern. Kastner warnt: „Werfen Sie keine brennenden Zigaretten aus dem Autofenster!“ Eine solche Unachtsamkeit kann schnell zu einem großen Flächen- und Waldbrand führen und die Feuerwehr vor große Probleme stellen. Die finanziellen Folgen für den Brandverursacher und die landeskulturellen Folgen für den Wald und für die Bevölkerung können enorm sein, wie kürzlich auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemahnt hat.
„Sollten Sie Brände oder Rauchentwicklungen entdecken, melden Sie diese sofort über den Notruf 112!“, so der Kreisbrandrat. „Hindern Sie Entstehungsbrände durch eigene Löschversuche an der weiteren Ausbreitung, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen. Verständigen Sie jedoch in jedem Fall die Feuerwehr zur Nachkontrolle. Glutnester können sich nahezu unbemerkt im lockeren Waldboden verbergen und mit einem erheblichen Zeitverzug zu einem ausgedehnten Waldbrand führen.“